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Das Glück des armen Buschmühlenbesitzers
(nacherzählt von Manfred Kliche)
Einmal lebte auf der Radduscher
Buschmühle ein Besitzer, den es hart getroffen hatte. In jenem
Jahr war die ganze Ernte durch die vielen Unwetter und Hochwasser
vernichtet worden. So stand der Müller nun Tag für Tag am Ufer des
Leineweberfließes, welches von Burg nach Lübbenau fließt und schaute
mißmutig in alle Richtungen, ob nicht doch ein Kahn mit Getreide
zu seiner Mühle zu steuerte. Aber niemand kam und die Mühle stand
still.
An einem dieser Tage kam ein schwarz gekleideter kleiner Mann
zur Mühle, er hatte einen schwarzen Rock und einen schwarzen Hut
an, und sagte zum Müller: "Müller, ich möchte mir deinen Kahn
borgen, ich werde dich dafür gut belohnen!" Da der Müller sowieso
kein Geld mehr hatte, borgte er dem kleinen Mann den Kahn.
Daraufhin fuhr der
kleine Mann sofort mit dem Kahn weg und kam nach einigen Stunden
wieder zurück. Der kleine Mann meldete sich beim Müller zurück
und sagte zu ihm: "Müller, hab Dank für die Hilfe. Deine
Belehnung habe ich im Kahn liegenlassen !"
Kurz darauf verschwand der kleine Mann. Der Müller dachte sich,
die Belohnung im Kahn wird sicher nicht groß sein. Nachdem er seine
Pfeife zu Ende geraucht hatte ging er zum Kahn. Als er in den Kahn
stieg, wollte er seinen Augen nicht trauen. Im Kahn sah er nichts
als drei Stückchen Pferdemist! Voller Zorn wollte der Müller den
Pferdemist mit einem Bein aus dem Kahn hinauswerfen. Doch nur ein
Stückchen flog über den Kahn ins Wasser und der Rest blieb im Kahn.
Schnell ging der Müller ins Haus und sagte der Magd, dass sie den
Kahn rein machen soll.
Wie die Magd nun
zum Kahn kam, waren da nur ein paar Stücken Gold drin. Voller
Erregung lief sie schnell zum Müller und sagte: "Was soll
ich da sauber machen, ist ja nur Gold im Kahn!"
Der Müller lief
so schnell er konnte zum Kahn. Tatsächlich, es war Gold im Kahn!
Nun dachte er an den Pferdemist, den er mit seinem Bein ins Wasser
geworfen hatte. Schnell lief er in das Mühlenhaus, sperrte das
Wasser ab und ließ es auf der anderen Seite ablaufen. Dann suchte
er den ganzen Grund ab, ob er nicht doch den anderen Pferdemist
findet. Aber er fand nichts mehr. Er behielt nur soviel Gold,
wie er im Kahn gefunden hatte. Dieses Gold aber half ihm, dass
er seine Schulden bezahlen und dass er dieses düstere Jahr gut
überstehen konnte. Dem kleinen Mann aber war der Müller für immer
dankbar.
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