| 1346-49 |
Der "Schwarzen Pest" fallen zwei Drittel der Dorfbevölkerung zum Opfer. |
| 1475 |
Große Heuschreckenplage im Spreewald: Die gesamte Ernte wurde vernichtet, die Schweine, die mangels besseren Futters mit Heuschrecken gefüttert wurden, verstarben an einer unbekannten Krankheit |
| 26.07.1503 |
Kansdorf ( Lübbenauer Schlossurkunde Nr.30,
erste urkundl. Erwähnung), weitere Ortsnamen: Kanstorf (1541),
Cansdorff (1571), Wendisch Kahnsdorf bey Lübbenau, auch Woschkalawa
(1761), evtl. Spottname " Lause Calauer": schmutzige,
arme, verachtete Ortschaft, Siedlung der Räudigen und Aussätzigen |
| 1552 |
Die Pest fordert allein in Calau 273 Todesopfer, die Dörfer verwaisen und die Felder bleiben unbestellt |
| 1632 |
älteste Information über die Kahnsdorfer
Abgaben an die Kalkwitzer Kirche |
| 1664 |
Ein sehr strenger Winter sucht (wie schon 1564 und 1635) Menschen und Tiere heim. Sogar die Wölfe holten sich ohne Scheu ihre Beute von Stall und Hof, niemand durfte sich unbewaffnet vor die Tür wagen ("Der Winmüller musste sogar Stunden auf stillen Örtchen aushalten, welches er wegen der Wölfe nicht verlassen konnte") |
| 1691 |
4 Jahre in Folge kam es zu Überschwemmungen im Spreewald, es herrschte, auch in Kahnsdorf eine große Hungersnot. Der Winter 1694 brachte überdies noch Unmengen Schnee, so dass das Tauwetter zu Fastnacht zu Überschwemmungen in den Häusern führte; Mathes Bescho auf Parnags Gut verlor dadurch seine Stallungen |
| um 1716 |
Beginn des regelmäßigen Schulunterrichts
durch ehemalige preußische Soldaten. |
| 1791 |
Im Spreewald herrscht 10 Jahre lang eine große Dürre, alle Brunnen versiegten, Raddusch und Leipe brannten fast vollständig ab, "selbst die Kähne und Fischkästen verbrannten" |
| 1815 |
Kahnsdorf kommt zu Preußen |
| 1837 |
Aufnahme der Göritzer Kinder in die Kahnsdorfer
Schule, Gründung eines Schulverbandes, gefördert durch
den Göritzer Gutsbesitzer Pittelkow |
| 1844 |
Der letzte Wolf wird nach einem Einbruch in den
Stall von Bauer Christoph Wußog erschlagen. |
| 1848 |
Im Oktober/November antifeudale Aktionen im Ort,
Verlegung einer Husarenschwadron in das Dorf |
| 1848 - 1858 |
Verhandlungen über die Auflösung der Feudallasten
der Kahnsdorfer Bauern mit der Standesherrschaft Lübbenau |
| 1849 |
Die Cholera wütet: Täglich fanden mehrere Beerdigungen statt |
| 1854 |
Erst Hochwasser, dann große Hitze - das Wasser verdarb, viele Menschen starben am "kalten Fieber" |
| 1876 |
Erste Erwähnung einer Gemeindevertretung Kahnsdorf |
| 1893 |
Großbrand in Kahnsdorf: Am Backhaus George Peschk (Kullick) entstand der Brand, der einen Großteil des Dorfes
zerstörte. Dank der Hilfe der umliegenden Gemeinden konnten
alle Gebäude bald wieder aufgebaut werden. |
| 1913 |
Fertigstellung der neuen Schule auf dem Grundstück
der ehemaligen Schäferei. |
| 1923 |
Abriss der 1723 erstmals erwähnten Bockwindmühle |
| 1928 |
Gründung der Freiwilligen Feuerwehr |
| 17.10.1928 |
Auflösung des Gutsbezirkes Kahnsdorf |
| 1945 |
Bodenreform (Flurkarte) |
| 1950 |
Kahnsdorf kommt im Zuge der Verwaltungsreform zum
Kreis Lübben, 1952, im Zuge der Neueinteilung der Kreise,
wird Kahnsdorf in den neugebildeten Kreis Calau eingegliedert. |
| 1958 |
Erste "Ausgrabungen" auf dem Acker Ziegler (heute
Slawenburg) im Rahmen von Pioniernachmittagen. Es wurden gefunden:
Dolch aus Eisen, Axt und Messer aus Feuerstein, 3 Tontöpfe,
4 Vasen, Spangen aus Horn und Kupfer. Die Fundstücke kamen
nach Potsdam. |
| 13.4.1960 |
Gründung der LPG "Lindental" (1974:
Bildung der KAP Reuden, 1975: Umwandlung der LPG "Lindental"
zur LPG Typ Ill) Dubrau |
| 1966 |
Vollständige Verlagerung des Schulunterrichts
aus Kahnsdorf nach Raddusch, Auflösung der Einklassenschule - Bericht Lehrer Schröder |
| 1976 |
Beitritt der Gemeinde zum Gemeindeverband Vetschau |
| 1984 |
Beginn der Aufschlussarbeiten für den Tagebau
"Seese Ost", damit verbunden die Zwangsumsiedlung, denn
unter der Gemeinde befinden sich große Braunkohlevorkommen,
aber wegen des hohen Salzgehaltes von minderer Qualität. |
| Sept. 1987 |
Die letzten Bürger (Lehmann, Reinhold, Schapp,
Alfred und Schultchen, Manfred) werden aus Kahnsdorf, zumeist
nach Vetschau in den "Kahnsdorfer Block" in der W.-Pieck-Str.,
umgesiedelt, das Gemeindebüro wird geschlossen! |
| 1987 |
Die Gebäude werden mit dem Bagger abgetragen,
massivere Bauten wie z.B. die Schule werden gesprengt. |
| 1988 |
Kahnsdorf hört auf zu existieren, restliche
Flächen gehen auf die Gemeinde Raddusch über. (Artikel
LR v. 12.05.07) |
| |

Kahnsdorfer "See" |
Hier, in der ehemaligen Ortslage Kahnsdorf, bildet sich aus
Niederschlags- und Grundwasser ein neuer See, der "Kahnsdorfer
See".
In unmittelbarer Nachbarschaft ensteht durch künstliche
Flutung der "Bischdorfer See" (mehr
Informationen) |
| Einwohnerlisten 1944: 1-29 | 30-87 | 88-115 | 116-144 | 145-173 | 174-202 | 203-215 |