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Die Imkerei im Spreewald


Seit Urzeiten gehört der Honigerwerb zu den Ernährungsgrundlagen der Menschen, früher war der Honig oft auch das einzige Süßungsmittel. Auf den Fortbestand des Bienenvolkes wurde dabei wenig Rücksicht genommen, die Wabe wurde einfach aus dem Stock gerissen. Die „Zeidlerei“ (altdeutsch: zeideln = Honig schneiden)  konnte lange Zeit bestehen, denn Honigvölker gab es wohl viele, der Mensch konnte den Bestand nicht ernsthaft gefährden. Aber auch schon seit Jahrhunderten wird die Honiggewinnung kultiviert, heute werden die Bienen in Beuten gehalten, die Waben werden vorsichtig entnommen, ebenso vorsichtig ausgeschleudert und dem Bienenvolk  fast leer (ein bisschen Honig sollte als Futter drin bleiben) wieder zur weiteren Nutzung übergeben. In der Anfangszeit der Imkerei stellte man auch Beuten aus Lehm und gewundenem Stroh her. Wenn man eine solche Beute auf den Kopf stellte und darauf eine neue Beute, wanderten die Bienen nach oben in die neue Beute – der Imker kam nun problemlos an den Honig in der alten Beute heran, er fügte seinem Bienenvolk somit keinen Schaden zu.


Früher hat es wohl in jedem Spreewalddorf zahlreiche Imker gegeben, die das Gewerbe neben Fischerei und Landwirtschaft betrieben. Die Landschaft des Spreewaldes ist durch die verschiedensten Blütenpflanzen und auch durch viele Fließe mit dem für die Bienen so notwendigen Wasser ein idealer Lebensraum für Honig- und Wildbienen. Erst in neuerer Zeit bestehen auch hier große Gefahren für den Fortbestand, denn Pflanzenschutzmittel, Monokulturen, Zerstörung von Lebensräumen und Klimaveränderungen machen den Bienen sehr zu schaffen und lassen die Bestände dezimieren. Auch gibt es immer weniger Imker, und ob die Wildbienen gemeinsam mit den anderern Insekten diese Ausfälle kompensieren können, ist mehr als fraglich.
Der Radduscher Imker Erwin Jänchen beschäftigt sich schon seit über 30 Jahren mit der Bienenzucht: „Wenn man bedenkt, dass für 1 kg Honig etwa 3 – 5 Millionen Blütenbesuche erforderlich sind, wird deutlich, welchen Beitrag die Bienen bei der Bestäubung leisten – ohne Bienen würde es bald überhaupt keine Nahrungsmittel mehr geben!“

Flugbetrieb Zahlreiche Völker "wohnen" im Garten des Imkers, der an einem Spreewaldfließ liegt und von ausgedehnten Weiden und Feldern umgeben ist.
Baumbeute In seinem Garten hält er zahlreiche Bienenvölker, darunter auch einige in der originellen Klotzbeute, die 1965 aus einer Linde gebaut wurde und von den Touristen immer wieder bestaunt wird.
Imker Jänchen Der Imker macht natürlich alles selbst: Die Waben werden äußerst vorsichtig entnommen, damit keine Bienen unnötig sterben müssen. Anschließend folgt die Entdeckelung, indem der Wachsverschluss von der Wabe entfernt wird. In der Schleuder wird dann durch langsames Drehen der Honig durch die Zentrifugalkraft aus der Wabe gedrückt, die Wabe darf dabei nicht zerstört werden, denn sie kommt anschließend in die Beute zurück. Der frischgeschleuderte Honig wird aufgefangen, gerührt und abgeschäumt, um dann in die Gläser abgefüllt zu werden.
   

Beliebte Spreewald-Honigsorten:

  • Robinienhonig: Mild im Geschmack, kristallisiert kaum
  • Buchweizenhonig: Ziemlich dunkel, harziger Duft, mit vielen Spurenelementen für Verdauung und Stoffwechsel
  • Kleehonig: Wirkt beruhigend, ist mild und sehr süß
  • Lindenblütenhonig: Duftet stark nach Lindneblüten, beruhigende Wirkung
  • Löwenzahnhonig: Hocharomatisch, wird gern bei Leber- und Gallenleiden genommen
  • Rapshonig: Kristallisiert schnell, mildes Aroma
  • Waldhonig: Eigentlich Tauhonig; rötlich bis hellbraun, stark würzig, gegen Erkältungskrankheiten und Nervosität

Bestellmöglichkeit

Der Imker bietet seinen Honig in einigen Gaststätten des Spreewaldes und in der Heimatstube Raddusch an, auch Paketversand ist möglich. Zum Spreewaldshop

 

Geführte Tagesreisen: Führung Slawenburg, Kahnfahrten, Kremserfahrten, mit Picknick u.a. > zu den Angeboten