1701 |
02.05.: Friedrich Casimir Graf zu Lynar beurkundet, dass der gewesenen Walkmüller zu Neu-Zauche, Meister Georg Schramm, in Dubkowa ("Dub", wendisch: die Eiche) an Stelle der bisherigen Wassermühle zu Raddusch eine andere Wassermühle aufbauen darf. Mahlpflichtig werden alle Einwohner aus Raddusch, Dlugy (Fleißdorf) und Naundorf. Gebaut wird mit Erlenholz, die Gründung erfolgt auf Eichenpfählen. |
1714 |
Die Mühle wird für 150 Reichstaler an den Sohn Martin Schramm verkauft. |
1721 |
Martin Schramm verstirbt, die Mühle soll zwangsversteigert werden, dazu kam es aber dank der wohl zahlreichen Bittgesuche der Wittwe an die Grafschaft Lübbenau letzlich doch nicht. |
1728 |
Johann George Schramm heiratet Maria Elisabeth Müller (verstorben 1734), die Stieftochter des wohl vermögenden Burger Müllers Mögel und übernimmt die Schuldenlasten in Höhe von 163 Talern. |
1737 |
21.01.: Dem Müller wird das Brennen und Ausschenken von Branntwein gegen einen jährlichen Zins von 1 Reichstaler und 6 Groschen gestattet - die Geburtsstunde der Gastronomie in der Dubkow-Mühle! |
1753 |
J.G. Schramm's Tochter Margareta heiratet den Matthäs Jarick, der auf Dubkow als Müller arbeitete. |
1755 |
Matthäs Jarick übernimmt die Dubkow-Mühle |
1773 |
Die Mühle geht auf einen Schwiegersohn Jaricks über: Johann Christian Lehmann, Müller aus Krieschow, der als 30-jähriger die 15-jährige Tochter Margareta Jarick heiratete. |
1791 |
Die Mühle fällt wegen einer Eifersuchtsgeschichte einer Brandstiftung zum Opfer, könnte aber auch in die verheerenden Feuersbrünste, die in diesem Jahr in Raddusch und Leipe wüteten, hingezogen worden sein (siehe Gedicht von Marlene Jedro). Der Wiederaufbau erfolgt nun in einer Fachwerkskonstruktion. |
1815 |
Christian Lehmann verstirbt, der Sohn Johann Carl Gottlieb erwirbt die Mühle für 2300 Taler. |
1891 |
August Konzack, der spätere legendäre Besitzer der Gaststätte, wird in Naundorf b. Vetschau geboren. |
1900 |
Die Mühle steht im Eigentum von Reinhold Kling und geht vor dem 1. Weltkrieg -vermutlich wegen Steuerschulden- auf den Provinzialverband Brandenburg über, der sie als inzwischen beliebte Ausflugsgaststätte immer wieder neu verpachtete. |
1919 |
Das letzte Korn wird gemahlen, die Mühle als solches hört auf zu existieren. |
um 1920 |
Die Mühlenpächterstochter Wilhelmine Grassow (verst. 1964) verheiratete sich mit August Konzack ("Onkel August", verst. 1974). Ihre Schwester Anna Grassow ("Tante Anna") unterstützt in den Folgejahren die Schankwirtschaft. |
1922 |
01.04.: August Konzack pachtet die Mühle wegen der inflationären Geldentwertung für das "222-fache eines gebundenen Zentners Wiesenheu" als Jahrespacht. |
1923 |
Umbauten in der Mühle: Das Wasserrad wird abgebaut, der frei gewordene Raum dient zukünftig Übernachtungsgästen. Zahlreiche weitere Umbauten durch die Fa. Weslau, Vetschau, im Wert von 930 Reichsmark folgen bis 1925. Die Gaststätte und Pension wurde 1924 eröffnet. Es wurden mehrere Werbeaktionen gestartet; aus dieser Zeit stammt wohl auch die Geschichte vom Ochsenfrosch, die die Besucher neugierig machen sollte. |
1934 |
August Konzack kauft das Grundstück nebst Mühle für 15 000 Reichsmark. |
1945 |
Bei Kriegsende lagern über 200 Flüchtlinge aus den Nachbardörfern, die vor der heranrückenden Front auf die Insel ausgewichen waren. Gekocht wurde im Waschkessel des Schleusenwärterhauses. |
1960 |
Die Spree wird südwärts verlegt, ein 20 m breiter Grünstreifen entsteht. |
1967 |
Der Gaststättenbetrieb wird wegen unhaltbarer hygienischer Zustände (Wasserentnahme nur aus Fließ) untersagt. |
1969 |
Die Mühle erhält nun endlich auch einen Straßenanschluss, bis zu diesem Zeitpunkt war sie nur per Kahn bzw. per Fuß aus Richtung Raddusch oder Leipe erreichbar. |
1958 |
Die Mühle wird an das Stromnetz angeschlossen, der Anschluss an die Trinkwasserleitung erfolgte erst nach der Wende, bis dahin bekam die Mühle ihr Trinkwasser aus Tankwagen. |
1975 |
Die inzwischen baufällig gewordenen Mühle wird gründlich umgebaut, ein Neffe August Konzacks, Erich Konzack, übernimmt nach dessem Tod 1974 die Geschäfte. |
1979 |
Ein verheerendes Hochwasser überschwemmt den ganzen Spreewald; die Gaststätte ragt nur noch wenige Zentimeter aus dem Wasser. |
2005 |
Die Mühle/Gaststätte geht in den Besitz von Ilona Konzack, einer Tochter Erich Konzack's über. |