Die Geschichte der Radduscher Buschmühle
Die Buschmühle liegt
ca. 2 km vom Ort entfernt an der Grobla (Leineweberfließ). Man erreicht sie, wenn man aus Raddusch der Ausschilderung Richtung Dubkow-Mühle folgt.
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Ansicht um 1930: Die Mühle ist nur per Kahn zu erreichen, gemahlen wird noch mit Wasserkraft.
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Ansicht um 1940: Das Mühlhaus wurde aufgestockt, eine Schleuse und eine Holzbrücke wurden gebaut. Der Mahlbetrieb erfolgte wasserunabhängig mittels eines großen Deutz-Diesels.
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| 1777 |
Die Buschmühle wird als Mahl- und Ölmühle auf Eichenpfählen gebaut (vorher soll es schon eine Radduscher Mühle an der Spree gegeben haben, heute Dubkow-Mühle). |
| 1850 |
Holzwehr mit Schleusenmöglichkeit erbaut, die Mühle gehört bis 1880 einer Familie Krüger. |
| 1886 |
Umbau der Mühle in einen Massivbau, Schilfdach wird durch Ziegeldach ersetzt. |
| 1894 |
Ludwig Heinze (1863-1937) erwirbt die Mühle von der Familie Stoyan. |
| 1900 |
Einstellung der Leinöl-Müllerei, Pflanzung der berühmten Magnolie durch Anna Heinze (1857-1912). |
| 1928 |
Rudolf Heinze (1894-1992) heiratet die Kahnsdorferin Anna Tiltag (1898-1972). |
| 1931 |
Größere Umbauarbeiten: Ausbau des alten Mahlwerks und Aufstockung des Mahlhauses durch die Firma Tristedt aus Lübbenau; anstatt mit Wasserkraft wird nun mit Dieselkraft gemahlen. (Dem Müller wurde das Staurecht entzogen.) |
| 1935 |
Rudolf Heinze erwirbt vom Vater Ludwig als letzter Müller die Buschmühle. |
| 1935 |
Weganschluss nach Raddusch, bis dahin war die Mühle nur mit dem Kahn erreichbar. |
| 1944 |
Ende des Schankrechts |
| 1952 |
1. Mai: Ende des offiziellen Mahlbetriebs, die Familie mahlt noch bis 1999 für den Eigenbedarf. |
| 1955 |
Die ehemalige Mühle bekommt Stromanschluss und eine neue Brücke. |
| 1977 |
Der letzte Müller verlässt die Mühle und wohnt fortan bei seiner Tochter in Raddusch. |
| 2010 |
Die Immobilie hat einen neuen Besitzer und sieht einem "zweiten Leben" entgegen. (Blick ins Innenleben - Stand 2008) |
Die Mühle wurde als Kundenmüllerei betrieben, die Bauern brachten das Korn und warteten auf das geschrotete Getreide oder Mehl. Da der Müller Schankrecht besaß, dürfte die Wartezeit nicht allzu lang geworden sein, denn bis 1944 durften Branntwein, Bier sowie Kuchen und kleinere Speisen verkauft werden. Bezahlt wurde früher das Mahlen mit der "Metze", dem Sechzehntel des gemahlenen Mehls. Bis 1810 bestand im Spreewald auch Mahlzwang, d.h., dass die Bauern eine Mühle zugewiesen bekamen. Schwere Hochwasser suchten immer wieder die Mühle heim: 1926/1927, 1930, 1932, 1939/1940, 1947, 1956.
Die Sage "Das Glück des armen Buschmühlenbesitzers" spiegelt die Sorgen und Nöte der Müller im Spreewald wider. Eine tatsächliche Begebenheit war 1894 der "Spuk in der Mühle", die Erzählungen der letzten Müllerstochter finden Sie hier. |
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Die letzte Müllerin, Anna Heinze, beim Fegen der neuen Holzbrücke (um 1940) |
Neue Schleusenanlage, erbaut 2007. Im Hintergrund die alte Schleuse mit der Buschmühle. |
| Die Buschmühle ist auch heute noch ein beliebtes Motiv für Fotografen und Maler: |
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| Skizze von 1953, gezeichnet von Stellmachermeister Willy Mehnert... |
und als Ölbild, gemalt von Tochter Eva Kellermann (2008) |
Quellen: Befragung der letzten Müllerstochter (Jg. 1934), Ortschronik Raddusch (M. Kliche) |