Tag der Offenen Tür 2006

Der Ornithologie-Professor und das Radduscher Schützenfest

Nicht schlecht staunte Detlef Krüger aus dem Vetschauer Ortsteil Raddusch als ihn vor einiger Zeit der Vogelkundler anrief und ihn zu seinen Schützenscheiben gratulierte: Seine handgemalten Schützenscheiben sind wohl deutschlandweit so ziemlich einmalig, denn sie zeigen die aufgemalte Schießscheibe eben nicht inmitten des Tieres, sondern irgendwo in der Peripherie der Scheibe! Als der tierliebende Professor die Schützenscheiben auf der Radduscher Homepage zufällig entdeckt hatte, hat er sich derart gefreut, dass er Detlef Krüger gleich anrufen und ihm Dank sagen musste… Nun darf der Maler, der die Scheiben für Lübbenauer Vereine, für Leipe und andere Orte malt, sich wieder an die Arbeit machen (wofür er allerdings nun 1 Jahr Zeit hat), denn sein letztes Werk wird bald das Haus eines jungen Radduscher zieren: Tobias Kienz, der 18-jährige Gymnasiast, ist der neue Radduscher Schützenkönig! Er traf ins Schwarze wie es mittiger nicht geht! Er hat nun das Problem der „ortsüblichen Finanzierung“ des Fasses Freibier, der 2 Kartons Kümmerlinge und des sonntäglichen Frühstücks, wenn die Feuerwehrkameraden die Schießscheibe am Haus anbringen – ob die Eltern einspringen werden? Die weiteren Plätze belegten Torsten Weidlich („1. Ritter“) und Erich Redlich („2. Ritter“), der Kamerad Rattay bekam als Trostpreis eine – Steinschleuder!
Das Radduscher Schützenfest wird jährlich im Rahmen des Tages der Offenen Tür der freiwilligen Feuerwehr ausgetragen. Das diesjährige Fest stand auch ganz im Zeichen des 30-jährigen Dienstjubiläums des Löschfahrzeugs vom Typ W50L, welches in Ludwigsfelde gebaut wurde und die ersten Jahre bei einer Berufsfeuerwehr in Berlin im Einsatz war und nach einiger Zeit in die Provinz „durchgereicht“ wurde. Wie es der Zufall so wollte kam es nach Vetschau und wurde von dort 1995 nach Raddusch gegeben. Das Fahrzeug ist sehr zuverlässig, es gab noch keine Ausfälle und es war auch schon bei den Oder- und Elbehochwassern im Einsatz, wie der Ortwehrführer Gisbert Choschzick voller Stolz berichtete.
Das Fest verlief dank der ausgezeichneten Vorbereitungen und mit Unterstützung der „Feuerwehrfrauen“, die 10 Kuchen gebacken hatten und der bald von den zahlreichen Radduscher Gästen aufgezehrt wurde, sehr harmonisch und in fast familiärer Atmosphäre. Die „Feuerwehrkinder“ unter der Leitung des Jugendfeuerwehrführers Kay Werban war mit Beigeisterung bei der Sache und „bekämpften“ mit der Handspritze eine Blechbüchse auf einem Pfahl. Immerhin hat die Gruppe 15 Mitglieder und die Radduscher Feuerwehr dürfte somit weniger von den Nachwuchssorgen geplagt sein als einige Nachbarfeuerwehren…! Und alle, die Kleinen wie die Großen, versehen ihren Dienst ehrenamtlich, sie bekommen lediglich von der Stadt Vetschau die sächlichen Dinge gestellt – deshalb kann man ihnen nicht genug danken, vor allen Dingen in einer Zeit, die oft zu sehr materiell geprägt ist.
Detlef Krüger, auch selbst Mitglied der Radduscher Feuerwehr, wird sich nun Gedanken über das Motiv der neuen Schützenscheibe machen, die er ebenfalls kostenlos zur Verfügung stellt - und er wird dabei sicher an den Professor denken…

 
 

 

Fotoalbum | Schützenfest | Tag der Offenen Tür

Diese Seite entstand mit freundlicher Unterstützung von Herrn Manfred Kliche, Raddusch