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Der Ornithologie-Professor und das Radduscher Schützenfest
Nicht schlecht staunte Detlef Krüger aus dem Vetschauer
Ortsteil Raddusch als ihn vor einiger Zeit der Vogelkundler
anrief und ihn zu seinen Schützenscheiben gratulierte:
Seine handgemalten Schützenscheiben sind wohl deutschlandweit
so ziemlich einmalig, denn sie zeigen die aufgemalte Schießscheibe
eben nicht inmitten des Tieres, sondern irgendwo in der
Peripherie der Scheibe! Als der tierliebende Professor die
Schützenscheiben auf der Radduscher Homepage zufällig
entdeckt hatte, hat er sich derart gefreut, dass er Detlef
Krüger gleich anrufen und ihm Dank sagen musste… Nun
darf der Maler, der die Scheiben für Lübbenauer
Vereine, für Leipe und andere Orte malt, sich wieder
an die Arbeit machen (wofür er allerdings nun 1 Jahr
Zeit hat), denn sein letztes Werk wird bald das Haus eines
jungen Radduscher zieren: Tobias Kienz, der 18-jährige
Gymnasiast, ist der neue Radduscher Schützenkönig!
Er traf ins Schwarze wie es mittiger nicht geht! Er hat
nun das Problem der „ortsüblichen Finanzierung“ des
Fasses Freibier, der 2 Kartons Kümmerlinge und des
sonntäglichen Frühstücks, wenn die Feuerwehrkameraden
die Schießscheibe am Haus anbringen – ob die Eltern
einspringen werden? Die weiteren Plätze belegten Torsten
Weidlich („1. Ritter“) und Erich Redlich („2. Ritter“),
der Kamerad Rattay bekam als Trostpreis eine – Steinschleuder!
Das Radduscher Schützenfest wird jährlich im Rahmen
des Tages der Offenen Tür der freiwilligen Feuerwehr
ausgetragen. Das diesjährige Fest stand auch ganz im
Zeichen des 30-jährigen Dienstjubiläums des Löschfahrzeugs
vom Typ W50L, welches in Ludwigsfelde gebaut wurde und die
ersten Jahre bei einer Berufsfeuerwehr in Berlin im Einsatz
war und nach einiger Zeit in die Provinz „durchgereicht“
wurde. Wie es der Zufall so wollte kam es nach Vetschau
und wurde von dort 1995 nach Raddusch gegeben. Das Fahrzeug
ist sehr zuverlässig, es gab noch keine Ausfälle
und es war auch schon bei den Oder- und Elbehochwassern
im Einsatz, wie der Ortwehrführer Gisbert Choschzick
voller Stolz berichtete.
Das Fest verlief dank der ausgezeichneten Vorbereitungen
und mit Unterstützung der „Feuerwehrfrauen“, die 10
Kuchen gebacken hatten und der bald von den zahlreichen
Radduscher Gästen aufgezehrt wurde, sehr harmonisch
und in fast familiärer Atmosphäre. Die „Feuerwehrkinder“
unter der Leitung des Jugendfeuerwehrführers Kay Werban
war mit Beigeisterung bei der Sache und „bekämpften“
mit der Handspritze eine Blechbüchse auf einem Pfahl.
Immerhin hat die Gruppe 15 Mitglieder und die Radduscher
Feuerwehr dürfte somit weniger von den Nachwuchssorgen
geplagt sein als einige Nachbarfeuerwehren…! Und alle, die
Kleinen wie die Großen, versehen ihren Dienst ehrenamtlich,
sie bekommen lediglich von der Stadt Vetschau die sächlichen
Dinge gestellt – deshalb kann man ihnen nicht genug danken,
vor allen Dingen in einer Zeit, die oft zu sehr materiell
geprägt ist.
Detlef Krüger, auch selbst Mitglied der Radduscher
Feuerwehr, wird sich nun Gedanken über das Motiv der
neuen Schützenscheibe machen, die er ebenfalls kostenlos
zur Verfügung stellt - und er wird dabei sicher an
den Professor denken…
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